Wir zeigen den Film "Komplizinnen" im Arbeitsraum der Bibliothek der HKS Ottersberg in Anwesenheit der Regisseurin mit anschließender Diskussion.
"Das ist meine Zeit, die will ich nicht absitzen, die will ich leben" - Zu sieben Jahren Knast ist Barbara gerade verurteilt, wegen Bankraubs. Zwei Jahre überlebt sie in strenger Einzelhaft, schlägt eigensinnig um sich, um nicht in Verboten und Verordnungen unterzugehen. Doch es gibt Pannen im Getriebe der Bürokratie, Lücken zwischen Gitterstäben und Mauern. Dort lebt sie, unbeobachtet, und beginnt, heimliche Kontakte zu knüpfen... Sie erfährt von anderen Schicksalen. Trotz aller Verbitterung, Trauer und Schuldgefühle sieht Barbara Lebenslust bei ihren Mitgefangenen aufblitzen und lernt so die phantasievolle Verweigerung des Gefängnistrotts. Sie wird zur Komplizin.
Kritiken
...Ich war ganz erfüllt von den "Komplizinnen"; so intensiv hatte ich im Film den Knast noch nie erlebt, und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, ein Werk gesehen zu haben, das für den deutschen Film wieder hoffen lässt, etwas exemplarisches, ein Meisterwerk oder so, mindestens. Aber sie Meisterin zu nennen war mir denn doch zu blöd - an was für Regeln sollte man "Komplizinnen" denn messen; es ging ja gerade um Regelverstösse, um das "trotzdem leben".
- Dietrich Kuhlbrodt, Szene Hamburg, 1987
Der erste Spielfilm von Margit Czenki hat die Jury beeindruckt wegen der ungewöhnlichen Übereinstimmung von Inhalt und formaler Arbeit. Alltag in einer Vollzugsanstalt für weibliche Inhaftierte wird mit gut ausgewählten und geführten Schauspielerinnen und Schauspielern, kluger Farbdramaturgie und dramaturgisch überzeugend eingesetzter Kamera geschildert. Die schräg gekippten Bilder haben nichts mit modischer Affektiertheit zu tun. Sie sind als Methode notwendig: um Zelle und Zellendecke zugleich zu zeigen. So wird dem Zuschauer vermittelt, was es heißt, eingesperrt zu leben. Zugleich wird deutlich, wie sich für die eingesperrte Frau die Perspektiven verschoben haben. Es gibt keinen .normalen« Blick mehr für sie. Nur in den wenigen Momenten in denen sie sich relativ unbeschwert fühlt, mehr bei sich als außer sich, ist auch das Bild "normal".
In der langen Reihe der Gefängnisfilme ist dies einer, der kühn und neu erzählt. Er konnte nur unter den größten Schwierigkeiten hergestellt werden. Margit Czenki hat selbst erlebt, was sie zeigt. Aber bei aller heftigen Beteiligtheit erzählt sie doch distanziert: wie eine Freiheitsstrafe Inhaftierte und Bewacher/innen deformiert. Und wieviel Mut, wieviel Phantasie und welche Kämpfe es erfordert, unter diesen Umständen auf Menschlichkeit und Würde zu bestehen.
- Kunstpreis Berlin, Begründung der Jury, 1989
English critiques
Accomplices is a direct, personal dramatic treatment of the lives of women in prison. Margit Czenki, in her first film, works with material that is all too familiar to her: the former teacher of handicapped children served a five-year prison term for armed robbery as a member of a radical political group (her story was related to Margarethe von Trotta in The Second Awakening of Christa Klages). Pola Kinski portrays Barbara, sentenced to seven years for robbery. After two years in solitary confinement, where she was subject to fits of rage, Barbara begins working in the prison sewing workshop. There she becomes integrated into the world of guilt and anger, as well as the jealousy and hypersensitivity, of the women, many of them mothers, and most of them serving time for murder. Barbara becomes an "accomplice" in their artful schemes to dodge the prison routine and their own pain.
- Judy Bloch, Pacific Film Archive Calendar, 1989
The semiautobiographical Accomplices (Komplizinnen) is a welcome antidote to The Good Mother and the family reviwal. and the family-uber-alles-revival. Director Margit Czenki spent five years in prison for a bank robbery she committed for political purposes, and this first feature is based on her experience behind bars. Seemingly fragmented, the film is actually hewn to a fairly conventional three act narrative lines. It climaxes with a hunger strike.
It's shot almost entirely at a 45-degree angle (...) Czenki's alter ego Barbara (Pola Kinski) an intelligent actress with a comading emotional range, has been sentenced to seven years for a political crime. Distraught over the separation from her young son, she is nevertheless able to bond with her fellow prisoners: Irmi (Therese Affolter), who drowned her three year old daughter to keep her from being sent to a home, and Micha (Gerlinde Eger) an addict who dreams of release so she can give herself one finalfix. Micha becomes Barbara's loyal comrade in the militant struggle against the prison's senselessly repressive rules. Although Accomplices occasionally strays from movie-of-the-weeek formulas, it's articulate feminist politics and startling characterizations are admirable and moving.
- The Village Voice, 21 June 1988
Bei Gruppen und Klassen bitten wir um Voranmeldung.
Mo. - Do. 09:00 - 13:00 Uhr
Studentische Studienberatung
Nina Koch, Jule Münch
studienberatung@hks-ottersberg.de
Mi. 14:00 - 15:30 Uhr
Beratung internationaler Studierender
Sharif Bitar
International Office
sharif.bitar@hks-ottersberg.de
Telefon: 04205 394934
Di. 14:00 - 16:00 Uhr
Mi. 09:00 - 13:00 Uhr
Studentische BAfÖG-Beratung
Victoria Speier
victoria.n.speier@studi.hks-ottersberg.de
Termine nach Asprache
Nachteilsausgleich
Dr. med. Wolfram Henn
wolfram.henn@hks-ottersberg.de
Nächster Termin: Mittwoch, 13. Mai 2026 um 18 Uhr via Zoom
Die Vortragsreihe Forum Positionen ist zurück! Über das SoSe26 wird es acht Vorträge geben.
Im B2-Modul der Grundlehre treffen sich die Studierenden dienstags zum gemeinsamen Arbeiten in wechselnden Gruppen. Zwei Themenfelder werden parallel erforscht, begleitet von jeweils zwei Professor:innen.
Der britisch-italienische Social Artist Leo Kay kommt an die HKS, um im Rahmen der P2 Woche mit Studierenden rituelle Performances und Fermentierungsprozesse zu erforschen.
Der Heimat- und Geschichtsverein Worpswede und die Hochschule für Künste im Sozialen, HKS Ottersberg wollen gemeinsam mit einem breiten gesellschaftlichen und kulturellen Bündnis unter den Bürgerinnen und Bürgern des Ortes recherchieren: „Was ist Dein Worpswede?"
Große Straße 107
28870 Ottersberg
Tel.: 04205 - 39 49 0
info@hks-ottersberg.de
www.hks-ottersberg.de